Coachingblog.

links: Christian Berndt blickt entschlossen in die Kamera ; rechts: Schriftzug "Performanceverlust durch Micromanagement Kannst du dich davon freisprechen?"

Micromanagement

Ich hatte viele Jahre einen Satz im Kopf, den ich gut fand und der mich bewusst und unbewusst beeinflusst hat.. heute sage ich mir.. man warst du blöd.
“Wenn du willst, dass es gut wird und läuft: Mach es selbst!”
Ergebnis: Burnout (Gott sei Dank nur ein kleiner aber der war dennoch bezeichnend und es ist nicht schön, wenn jemand den Stromstecker zieht)
Gepaart mit dem Zitat meiner Ärztin: Auf dich habe ich schon gewartet und wenn du keinen Ersatzkörper im Keller liegen haben solltest, dann ändere etwas… sarkastische Ärzte sind.. nun ja, sie hatte Recht.
Die Gründe in sowas zu schliddern sind mannigfaltig und wenn man einmal drin ist, ist es sehr unangenehm, vor allem, weil es ein Krankenstand ist, den man nicht sieht (fehlt halt kein Bein oder und Blut quillt irgendwo raus). Ich möchte an dieser Stelle gar nicht auf die Folgen oder möglichen Behandlungsmethoden an sich eingehen, dafür gibt es studierte Spezialisten. Aber die Prävention -also das Verhindern- darum geht es mir hier an dieser Stelle.
Häufige Zielgruppe für den kleinen hinterlistigen Burnout sind z.B. Menschen, die dynamisch, zielstrebig, ehrgeizig, idealistisch und mit extremem Engagement ein hohes Ziel erreichen wollen. Bei unserer aktuellen Leistungsgesellschaft trifft das vermutlich auf ziemlich viele Menschen zu, ob sie nun wollen oder nicht. Wer im Haifischbecken überleben will muss diese Eigenschaften von Natur aus haben oder sie sich aneignen. Ein Traum, oder?
Warum habe ich als Überschrift Micromanagement gewählt und dann mit so einem schweren Thema das ganze eingeleitet? Weil MM meiner Meinung nach in beide Richtungen toxisch und Stress verursachend ist und das in einem nicht zu unterschätzenden Härtegrad. Durch diese Art des Arbeitens verbrennen wir uns selbst und auch Menschen in unserem Umfeld, weil wir kein Vertrauen zeigen in die Leistung unserer #Mitarbeiter bzw. Kollegen und folge dessen uns selbst Arbeit auferlegen, die total sinnbefreit ist.
Ich habe im Laufe meines Arbeitslebens viele Menschen in Führungspositionen in den verschiedensten Firmen kennengelernt. Leider auch immer wieder Menschen, die kurz vor einem Herzinfarkt standen, mit hochrotem Kopf alles bis ins kleinste Detail kontrollieren mussten, obwohl sie absolut fähige Mitarbeiter und Führungskräfte haben und hatten, die zum Teil sogar besser über die Themen und Prozesse Bescheid wussten, als die Person selbst. Wir bilden Menschen aus, befördern die Richtigen (da sie einen tollen Job machen) und dann vertrauen wir ihnen nicht? Schon eine merkwürdige Herangehensweise. Wenn ich nun auf die andere Seite schaue.. Was passiert im Mitarbeiter? Sie geben alles und machen und ackern sich müde, machen einen tollen Job und der Chef kontrolliert jeden Arbeitsschritt, hinterfragt und kritisiert und mischt sich in Themen ein, bei denen er (verständlicherweise) gar nicht mehr tief genug im Thema ist, um es beurteilen zu können.
Meine Fragen an dieser Stelle:
1. Warum stellen wir dann Führungskräfte ein, wenn wir doch alles selbst machen wollen?
2. Warum bilden wir Mitarbeiter aus, wenn wir ihnen das gar nicht zutrauen?
3. Woher kommt denn bitte der Zwang alles kontrollieren und niemandem vertrauen zu können?
Natürlich gibt es Menschen, die man kontrollieren sollte, da sie ggf. noch nicht fit genug in ihrer Aufgabe sind (sowas nennt man Ausbildung oder Einarbeitung ). Wenn natürlich die Fehlerquelle viel zu hoch ist ohne dass es einen Grund dafür gibt, sollte man an der Aus- #Weiterbildung arbeiten oder im schlimmsten Fall die Zusammenarbeit auf beiden Seiten überdenken oder zumindest die Position der Person in Frage stellen und sie möglicherweise anders einsetzen. Aber bitte: wenn diese Phase vorbei ist dann gebt den Menschen die Freiheit einen guten Job zu machen, wenn nicht, sind sie irgendwann weg oder in einem langen Krankenstand und das aus nachvollziehbaren Gründen.
Fragt euch also mal selbst:
• Warum muss ich alles kontrollieren
• Habe ich das richtige Team
• Habt Vertrauen oder versucht es zumindest mal und schaut, was passiert
Seid ihr Opfer des Micromanagement:
• Was könnten die Gründe sein, warum kontrolliert wird
• Fehlen mir ggf. Kompetenzen, die ich noch erlernen muss
• Gab oder gibt es Gründe für die Reaktion der Führungskraft
Wenn das alles nicht weiterhilft, offen ansprechen – häufig ist es der Person gar nicht bewusst und in vielen Fällen seid Ihr nicht der Grund für das Micromanagement, sondern jemand ganz anderes oder etwas, was viel länger zurückliegt.
Ich bin auf eure Meinung gespannt, wenn ihr was dazu sagen möchtet und im Zweifel gern auch via PM, falls ihr auf der einen oder anderen Seite steht und ratlos sein solltet und es ändern möchtet.
Ansonsten freu ich mich immer über neue Abonnenten & Follower auf : https://www.facebook.com/christianberndtcoaching/ oder https://www.instagram.com/berndt_coaching/

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links: Christian Berndt sitzt auf einem Sessel und blickt nachdenklich aus einem Fenster ; rechts: Schriftzug "Morgen, ganz bestimmt. aber spätestens übermorgen mach ich es. Warum wir gerne warten"

Die Angst vor Zurückweisung

Immer wieder kommen wir in Situationen, in denen wir unsere Meinung preisgegeben müssen, ob wir etwas möchten oder dagegen sind. Wir gelangen an unsere Grenzen

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links: Christian Berndt verkreuzt die Arme und blickt nach oben ; rechts: Schriftzug in Grün "42!", darunter Schriftzug in weiß "... oder, wie gehe ich ein Problem richtig an."

42

Wie war die Frage noch gleich? Stimmt, nach dem Sinn des Lebens. Der Sinn des Lebens wäre jetzt natürlich etwas weit hergeholt aber nicht die

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links: Christian Berndt blickt entschlossen in die Kamera ; rechts: Schriftzug "Performanceverlust durch Micromanagement Kannst du dich davon freisprechen?"

Micromanagement

Ich hatte viele Jahre einen Satz im Kopf, den ich gut fand und der mich bewusst und unbewusst beeinflusst hat.. heute sage ich mir.. man

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links: Christian Berndt blickt entschlossen in die Kamera ; rechts: Schriftzug "Ameise oder Kämpfer. Du entscheidest"

Ameise oder Kämpfer

Neulich im Bewerbungsgespräch: Chef: „Wir suchen jemanden, der über den Tellerrand hinaus schaut, auch mal anders denken kann, der kreativ ist und sagt, wenn etwas

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